Page 115

Hochzeitsgastkleid Butterick B6412

Anfang September waren wir wieder zu einer Hochzeit eingeladen.
Zeit für ein neues Kleid. Ich nähe eigentlich sehr gerne Anlasskleider.
Da mir die Silouhette der 50er Jahre Kleider sehr gut gefällt habe ich mich für einen Butterick Schnitt aus der Patterns by Gertie (B6412) entschieden.
Da ich immer direkt bei Butterick bestelle, wenn es die Schnitte für $1,99 gibt hatte ich nur eine englische und eine französische Anleitung zur Verfügung. Ich komme allerdings mit den Anleitungen ganz gut klar, da auch immer Bilder mit dabei sind, auch wenn Sie hin und wieder ziemlich exemplarisch sind und man nicht wirklich versteht was gemeint ist.

B6412_01
Das Gelbe ist übrigens das Shirt was die Puppe trägt und gehört nicht zum Kleid.

Das Einzige woran ich hier gescheitert bin ist der Begriff „Flexible Trim“ ich habe nicht herausgefunden was das sein soll und wofür man es benutzt. Anhand der Anleitung hätte ich jetzt gedacht zum versäubern der Unterkante des Beleges, aber irgendwie hat dieser Teil für mich keinen Sinn ergeben.
Ich war sogar im Kaufhaus um einen Blick auf die deutsche Anleitung zu werfen aber leider wird die wohl von Google Translate übersetzt und ist nur wenig hilfreich, zudem gibt es die Materialauflistung auch in den Versionen, die in Deutschland verkauft werden nicht auf Deutsch.
Ich habe dass dann einfach weg gelassen, die untere Seite des Belegs mit der Overlock versäubert und gut war. Nagut, bis auf den Teil wo ich die falsche Seite erwischt habe (Hatte es extra markiert nur um dann die Markierungen gründlich zu ignorieren) und alles auftrennen musste um dann die richtige Seite zu versäubern.

B6412_03

Laut Größentabelle hätte ich Größe 18 bei Brust und Hüfte zuschneiden und Größe 20 in der Taille zuschneiden müssen. Habe ich nicht. Zum Glück bin ich vorher auf der Suche nach einem Sew-Along für das Kleid (keinen gefunden) auf Gerties Blog über einen Hinweis zur Bequemlichkeitzugabe (Pattern Ease) bei Butterick Schnittmustern gestoßen. 2,5 inch sind wohl Standard, das sind rund 6.5 cm! Dort schreibt sie, dass sie die Kleider selbst mit 0 – 0,5 inch pattern ease näht und wenn man man möchte, dass das Kleid so sitzt wie auf den Bildern auf dem Umschlag 1-2 Größen nach unten gehen soll. Es gibt ja auf den Schnitteilen glücklicherweise auch immer die Angabe zu den Maßen des fertigen Kleidungsstücks (der große Kreis mit dem Kreuz drin). Anhand dieser Maße habe ich mich dann dazu entschieden Größe 14 bei der Brust zu wählen und diese dann in der Taille auf Größe 18 auslaufen zu lassen. Die Hüfte habe ich bei Größe 18 belassen, obwohl das nicht nötig gewesen wäre aber ich hatte keine Lust dann wieder zurück zu gradieren. Und bei dem Rock erschien mir das auch vernachlässigbar. Von 14 auf 18 zu gradieren war schon schwierig genug, sooft habe ich das auch noch nicht gemacht und wenn dann auf eine Größe und nicht auf zwei. Da ich mir auch absolut unsicher war, bei dem was ich da gemacht habe, habe ich vom Oberteil ein auch Probeteil genäht.
Das hat ganz gut gepasst, allerdings hat sich dort schon angedeutet dass der Ausschnitt ziemlich massiv sein würde, aber das hatte ich schon auf einigen anderen Blogs gelesen.

B6412_02

Das Kleid ist komplett gefüttert, bis auf die Ärmel. Ich habe mir einen leichten weißen Baumwollstoff gesucht, im Kaufhaus habe ich Ihn dann auch gefunden.

Den Stoff für das Kleid habe ich aus England mit gebacht. Auf unserem Rückweg zum Auto in Salsibury, standen wir plötzlich vor einem kleinen Stoffladen, vollgestopft mit jeglicher Art an Stoffen. Natürlich musste ich da rein und der Hobbybrauer musste mit. Und dann habe ich diesen Stoff gesehen und mich schockverliebt. Ich hatte auch sofort dieses Kleid dazu im Kopf. Cotton Sateen stand drauf. Da noch Platz im Koffer war durfte ich 3 Meter mitnehmen. Der Hobbybrauer hat auf meinen flehentlichen Blick nur geseufzt, abgewunken und gesagt „Nimm mit.“ 🙂

B6412_04

Zusammengesetzt habe ich das Kleid komplett nach Anleitung. Beim zusammennähen von Ober und Unterteil ist mir dann noch ein kleines Unglück passiert. Ich habe eine Falte übersehen und mit der Overlock noch schön in den Futterstoff reingeschitten. Zum Glück war es nur der Futterstoff. Als erste Hilfe Maßnahme viel mir nichts anderes ein als ein Viereck von dem weißen Stoff mit Vliesofix zu bebügeln und es dann auf den Riss zu bügeln. Um sicher zugehen habe ich das ganze dann ringsrum noch mit Zickzack-Stich festgenäht. Eine Repartur Applikation sozusagen. Hat zum Glück funktioniert.

B6412_06

Der Reißverschluss ist nahtverdeckt Ich hatte ganz schön zu kämpfen Ihn dahin zubekommen wo er hinsollte. Aber diesmal habe ich Ihn wenigstens auf die richtige Seite vom Stoff genäht. Oben ist noch ein kleines Häkchen zur Sicherheit.

B6412_05

Die Knöpfe sind selbstbezogen. Ich hatte mir dieses Knopf-Set von Prym gekauft. Das ging ziemlich unproblematisch. Am schwierigsten war es ein passendes Stoffstück zu finden, welches dann auch zum Rest des Musters passt.

B6412_10
Wer genau hinsieht, kann die Knöpfe erkennen.

Der Saum des Unterkleides ist mit der Maschine genäht. Alle anderen Säume habe ich im Blindstich mit der Hand angenäht. Das Oberteil vom Futter habe ich auch mit der Hand am Reißverschluss befestigt.
Ich finde mit der Hand nähen bisweilen ja sehr entspannend, also macht mir das nicht wirklich viel aus gefühlt kilometerweise Saum zu nähen. Schön Hörbuch nebenbei und dann läuft das schon.

Das waren die Details und nun möchte ich Euch auch das Gesamtwerk nicht vorenthalten.
B6412_07

B6412_08

B6412_09

Weitere schöne Kleider und noch mehr tolle selbstgemacht Kleidung gibt es heute beim Me-Made-Mittwoch

Advertisements
11 Kommentare »

Film- und Serien Sew Along 2017: Planung, Stoffe, Schnitte

Huch, ich bin etwas spät dran. Yacurama von Minimale Extravaganz hat zum 2. Teil des Film- und Serien Sew Alongs gebeten.

Planung, Stoffe, Schnitte.

Meine Auswahl wurde ein bisschen vom praktischen Denken beeinflusst. Obwohl mir die Kleider aus „The Crown“ sehr gut gefallen, fällt mir momentan nichts so richtig ein, wann ich sie tragen könnte – vielleicht als Inspiration für das nächste Hochzeitsgastkleid. Stattdessen brauche ich mehr bürotaugliche Kleidung und daher habe ich mich für das blaue Agent Carter Kleid mit den roten Streifen entschieden.

© ABC/Marvel

Der Stoff ist vorhanden, tatsächlich hatte ich den schon letztes Jahr beim Stoffmarkt gekauft, da ich das Kleid ja auch schon beim FUSSA 2016 auf der Liste hatte. Fehlen noch die Kleinteile wie Reißverschluss (ist bestellt – nie hat man den Passenden im Haus, da können noch so viele in der Reißverschlusskiste sein)) und Schrägband (werde ich selber machen und meinen neuen Schrägbandformer ausprobieren.)

Als Schnittmuster habe ich mir Dahlia von Colette Patterns ausgesucht. Ich denke das passt ganz gut vom Stil her, nur dass die Passe dann nicht zwei rote Streifen haben wird, sondern einen. Freie Interpretation.

Das Schnittmuster habe ich auch schon ausgedruckt und zusammengeklebt. Leider gab es keine A0 Variante, also musst ich selber basteln. Interessanterweise war es hier das erste Mal dass das Ausdrucken in „Tatsächlicher Größe“ nicht gestimmt hat. Ich musste auf 98% ausdrucken, damit das Testquadrat auch wirklich 10cm misst. Dafür hat es diesmal beim Zusammenkleben ganz gut hingehauen.

Ich werde wohl ein Probeteil nähen müssen – jede Schlüsselstelle hat eine andere Größe. Oberweite Größe 12, Taille Größe 16 und Hüfte Größe 14. Mal sehen ob ich das Anpassen hinbekomme, da es ein Mehrgrößenschnitt ist, hoffe ich, dass es so problemlos anpassen kann, wie das immer in den Büchern geschrieben wird.

Ich bin gespannt ob es was wird. Wofür die anderen Teilnehmerinnen des Sew Alongs sich entschieden haben, seht ihr hier.

1 Kommentar »

Wer einen Fluß überquert, muss die eine Seite verlassen*

*Mahatma Gandhi

Der heutige Post wird etwas persönlicher, als alles was ich bisher geschrieben habe. Ich habe auch eine Weile überlegt, ob ich diesen Post überhaupt schreiben soll, aber irgendwie ging mir die Idee nicht mehr aus dem Kopf. Heute möchte  ich euch etwas über meine Oma erzählen, rückblickend sicherlich mein ganz großes Vorbild wenn es ums Nähen und andere Handarbeiten geht.
Ihr habe sicher schon bemerkt, dass meine letzten Posts eher etwas sporadisch waren. Das lag unter anderem auch ein bisschen daran, dass die letzten Wochen nicht ganz einfach und emotional sehr aufwühlend waren.
Meine Oma ist am 12. März gestorben.


Meine Großeltern an ihrem Hochzeitstag (1953)

Ich hatte immer nur ein paar Großeltern und als ich in der ersten Klasse war, habe ich mich lange Zeit sehr gewundert warum es Kinder gibt, die  mehr als einen Opa und eine Oma haben 🙂  Irgendwann habe ich das dann auch verstanden.

Solange ich mich erinnern kann, haben die Hände meiner Oma nie still gestanden. Sie hat genäht, gestrickt und gestickt nur häkeln war nicht so ihr’s. In frühen Erinnerungen sitzt sie an der Stirnseite des Küchentisches an der Nähmaschine. Ich war immer völlig fasziniert von dem weißen Plastekästchen, in dem das ganze Zubehör aufbewahrt wurde. Sie hat unglaublich viel für uns genäht.

Ich weiß noch, wie wir in der Schule mal gefragt wurden, was wir werden wollen. Meine Antwort:  Artistin (mein Berufswunsch Nr. 1 – brachte von der Lehrerin nur ein misbilligendes Stirnrunzeln) oder Schneiderin, wie meine Oma (gefälliges Nicken von der Lehrerin). Was ich als Kind nicht wusste (wie auch, schließlich wurden wir ja komplett von Oma eingekleidet), meine Oma war gar keine ausgebildete Schneiderin. Wie ich erst sehr viel später erfuhr konnte sie sich den Traum von der Schneiderlehre nie erfüllen und hat stattdessen eine Ausbildung zur Buchbinderin gemacht und dann in einer Wertpapierdruckerei gearbeitet. Dafür hat Sie in Ihrer Freizeit um so mehr genäht.


Mein Schulanfang (1990); die Kleider, die ich und meine Schwester tragen sind auch von Oma selbst genäht

Wenn Sie nicht an der Nähmaschine beschäftigt war, dann hat sie auf dem Sofa gesessen und gestrickt. Jeder in unserer Familie besitzt eine der legendären gestricken Patchworkdecken. Als Kinder wurden meine Schwester und ich auch von Kopf bis Fuß in selbst genähtes und selbst gestricktes gehüllt. Die letzten Teile woran ich mich erinnern kann waren ein lilanes und ein grünes Sommerkleid mit Paisly-Druck, da war ich vielleicht 15 oder 16. Selbst unsere Kuscheltiere und Puppen hatten ganze Kollektionen von Haute couture á la Oma. Ich glaube nicht, dass sich in dem umfangreichen Kleiderschrank unserer Barbiepuppen auch nur ein gekauftes Stück befunden hat. Vom gestrickten Skianzug, über Ballkleider aus Spitzenresten bis hin zu wirklich winzigen Unterwäscheteilen und gehäkelten Bikinis war alles dabei.

Auch wenn ich erst spät (mit 27) Handarbeiten für mich entdeckt habe, denke ich dass meine Oma eine große Inspiration für mich war. Auch wenn Sie in den letzten Jahren nicht mehr genäht hat, in letzter Zeit hatte ich auch immer eine aktuelle Burda dabei („Ach, die gibt’s noch!“) und ich bin wirklich froh, dass ich mir von meiner Oma noch die Grundlagen des Strickens habe beibringen lassen, auch wenn es jetzt zu spät für die ausgefalleneren Sachen ist.

Zu Ehren meiner Oma habe ich mich dazu entschieden zur Beerdigung etwas Selbstgenähtes zu tragen.

Megan11

Mein erstes selbstgenähtes Kleid war Megan aus dem Buch Liebe auf den Ersten Stich von Tilly Walnes (Tilly & The Buttons). Ich wollte etwas klassisch, schlichtes und dieses Kleid entsprach absolut meiner Vorstellung. Genäht habe ich es aus eine schwarzen Cloque, den ich bei Karstadt gekauft habe.

Diesmal habe ich sogar den Halsbeleg einigermaßen gebändigt bekommen.
Megan16

Megan17

Das einzige, was ich unbedingt noch anpassen muss, ist der Rückenausschnit, der klafft ganz schön. Allerdings weiß ich da noch nicht so richtig wie ich vorgehen soll. Für Tips und Tricks bin ich in jeder Hinsicht dankbar!

Megan14

Der Reißverschluss ist auch noch ein bisschen ein Problemfall, ich habe ihn zwar relativ problemlos eingenäht bekommen, aber irgendwie bekomme ich den oberen Abschluss nicht so richtig hin. Das wirkt immer etwas schief.

Megan15

Trotz der „Mängel“ bin ich mit meinem Kleid zufrieden. Ich mag diesen Schnitt, er ist ziemlich vielseitig, ich schätze da werde ich mir mal die Mühe machen das Kleid ordentlich anzupassen.

Megan13

Noch mehr selbstgenähte Kleidung zu bestimmt freudigeren Anlässen gibt es heute beim Me Made Mittwoch.

Megan12

Das Schönste, was ein Mensch hinterlassen kann, ist ein Lächeln im Gesicht derjenigen, die an ihn denken.

Merken

Merken

Merken

Merken

7 Kommentare »

{Projekt Kleiderschrank} Vogue 9105 – Das Hochzeitsgastkleid – Vorhang auf

V9105_60

Ja, ich habe es geschafft – anderthalb Tage vor der Hochzeit war mein Kleid fertig. Ich muss zugeben, ich war mir nicht wirklich sicher, ob ich es auch wirklich anziehen sollte, aber Dank des guten Zuredens von meiner Ma und des Hobbybrauers hatte ich dann genug Selbstbewusstsein um mein Werk dann auch zu tragen.
Trotz der kleinen Macken bin ich mega stolz, dass ich mich da durchgekämpft habe. Am Anfang habe ich mich noch etwas befangen gefühlt (so gings mir auch, als ich zum ersten Mal ein selbstgenähtes Kleidungsstück in der Öffentlichkeit getragen habe -„waaaah, die starren mich alle an!“) aber da ich auch jede Menge Komplimente bekommen habe, besonders von der chronologisch etwas fortgeschrittenere Generation, sich an ihre Jugend erinnert gefühlt hat, hat sich dieses Gefühl auch sehr schnell gelegt. Aber hey, das Thema war ja „Vintage & Lavendel“ also habe ich es zumindes auf der Vintage-Schiene voll ausgekostet. Ich glaub das schönst Kompliment an diesem Tag war „Du trägst das zweit schönste Kleid auf dieser Hochzeit“ 😉 – so soll es ja auch sein.

V9105_58

Habe ich etwas gelernt? Ohhhhh ja, auf jeden Fall.
– keine Angst vor großen Projekten, sie müssen aber wohl durchdacht sein. Im Nachhinein denke ich, dass ich mich hier, grade auch im Zusammenhang mit der Stoffwahl etwas übernommen habe.
– Augen auf bei der Stoffwahl
– Einlagenmaterial überdenken. Organza mag zwar edel sein, aber Organza ist rutschig, Satin ist superrutschig und die beiden im Zusammenspiel, da rutscht der Halsbeleg ständig dahin wo er nicht hin soll.
– Zusammenspiel der Stoffe beachten. Für die Rockversteifung hatte ich ja Nesselstoff, der aber viel zu schwer für meinen Satin ist. Ich hatte ständig Angst dass irgendwo eine Naht reißt.
– Geduld, Geduld, Geduld
– Und dann natürlich neue Techniken wie Paspelknopflöcher

V9105_59

Jetzt fühle ich mich so ein bisschen im Vakuum. Auf dieses Projekt habe ich ja seit meinem zweiten Rock hingearbeitet – und jetzt ist es vorbei. Was nun? Eigentlich bräuchte ich ja mal einen ordentlichen Wintermantel 🙂
Aber ich glaube ich werde erstmal kleiner Projekte angehen. Der Hobbybrauer hat sich T-Shirts gewünscht und davon könnte ich auch einige gebrauchen und jetzt wo der Herbst vor der Tür steht vielleicht auch einige Longsleeve shirts. Mal gucken was der Herbst so bringt.

V9105_61

Yes, it’s done. One and a half day before the wedding, the dress was finished. To be honest, I wasn’t sure if I would be selfconfident enough to wear it but my mom and the homebrewer encouraged me and so I went for it. At first I really felt self-conscious (just like the first time I was wearing a selfmade garment: „Waaaah, everybody is staring at me“) but after I got some really nice compliments from the ladies of the chronologically advanced generation that strange feeling vanished very quickly. I think the nicest compliment I got that day was: „You are wearing the second most beautiful dress“ 😉

I learned a lot during the process of sewing that dress. I also think I overestimated my skills a bit, especially in combination with the slipper and tricky fabric. So watch out what fabric you are choosing.
Also the interfacing with organza. It might be of higher quality, but organza is slippery and the fabric even more – together they are a nightmare for each neck facing.
The first time I did bound buttonholes – I’m not sure I’ll do them again that quickly. More practice.
And most important: patience, patience, patience

Now I’m feeling a bit in a vacuum. That dress was on my mind since I made my second skirt and now it’s done. What’s next? Mabe a coat. I think I continue with pacticing and strenthening my current skills with smaller projects before embarking into a new large sewing adventure.

V9105_62

Handtasche und Gürtel sind selbstgemacht, der Post dazu befindent sich hier. Die Handschuhe sind gekauft.
Wer sich für die Entstehungsgeschichte des Kleides interessiert findet das Probemodell hier, die Schwierigkeiten beim Zuschnitt, der erste Zwischenstand und die Knöpfe und Details.

Verlinkt beim RUMS

3 Kommentare »

{Projekt Kleiderschrank} Vogue 9105 – Knöpfe und andere Details

So, ich bin zurück aus der Sommerfrische („Frische“ im wahrsten Sinn des Wortes) und weiter geht’s mit meinem Kleidergroßprojekt.

I’m back from summervacation! And now, let’s continue assembling the dress.

Heute geht es um die Details.
Die Knöpfe haben mich einige Nerven gekostet. Ich glaube, ich habe sie 5 mal wieder abgemacht und neu platziert – immer erst nur mit drei Stichen fest gemacht um dem Stoff (der ja auf Nadeln undankbar mit Fädenziehen reagiert) zu schonen und zu gucken ob es passt. Irgendwann hatte ich es dann halbwegs stimmig. Beim nächsten Mal, sollte ich definitiv vorher die Knöpfe mit der Größe der Knopflöcher abgleichen – möglichst noch auf dem Schnittmuster. Hier hatte ich „Glück“ und die Knopflöcher waren etwas zu groß (aber das kann man ja zusammennähen) – sie hätten auch zu klein sein können…

In this post I’ll be covering the details.
Buttons. Phew – I was at the verge of a nervous breakdown after the 5th time I replaced the buttons. I only tacked them to the (very delicate) fabric with three stiches to go as easy on the fabric as possible. Next time I should definitively adjust the size of the buttonholes to the size of the buttons already on the pattern. I was „lucky“ that my buttonholes were slightly too large which can be fixed – they could have been to small either.

V9105_36

V9105_43

Auf der Rückseite wird die Frontblende eingeschnitten und die Knopflöcher umnäht. Es sieht furchbar aus – beim nächsten Mal mache ich, glaube ich, einfach nur ganz normale Knopflöcher.
Zudem hatte sich die Vorderseite auch noch total verzogen. Hier war der Punkt an dem ich kurz davor war alles hinzuwerfen und mir noch 3 Tage vor der Hochzeit ein Kleid zu kaufen.

V9105_41

V9105_42

The back of the front facing is cut in where the button holes are and sewn to the holes. It looks horrible – I really think next time I’ll just do regular button holes. The front is completely distorted. This was the moment I was ready to throw everything into a corner and buy a dress – 3 days before the wedding.

Da der Halsausschnitt etwas unmotiviert abstand, habe ich da noch ein bisschen getrickst und einen kleinen Druckknopf angebracht.
Am Innengürtel (aus Ripsband) habe ich zwei kleine Häkchen befestigt. Ich war erst skeptisch, aber so ein Innengürtel ist eigentlich ein prima Sache. Irgendwie sind sie verkehrt herum, aber macht nix, sie erfüllen ihren Zweck.

V9105_38

V9105_39

The neckline wasn’t exactly like it was supposed to be, so I cheated a bit by sewing on a tiny snap button.
The belt on the inside is closed with two little hooks. I was sceptical at first but I really like the fitting with the inside belt (made from grosgrain ribbon).

Bei Saum, muss ich zugeben, habe ich die falsche Wahl getroffen. Ich bin momentan so fasziniert vom Versäubern des Saumes mittels Schrägband, das ich mich total auf diese Option versteift habe. Das Schrägband habe ich erst mit der Maschine rechts auf rechts angenäht und dann auf der Rückseite per Hand mittels Blindstich befestigt. Dadurch dass das Schrägband wesentlich stärker ist als der Stoff, steht der Saum jetzt etwas ab. Vermutlich wäre es besser gewesen einen ganz schmalen Saum zu machen und den mit Blindstich festzunähen.
Ich hatte auch echte Schwierigkeiten, die Länge gleichmäßig hinzubekommen – so dass die Überlappung bei der Knopfleiste nicht rausschaut. Wie macht man das ohne Rockabrunder? Ich konnte den Hobbybrauer letztlich dazu motivieren mit dem Zollstock nachzumessen, ob der Abstand zum Boden halbwegs überall gleich ist während ich das Kleid anhatte. Es gab eine kleine Diskrepanz von ungefähr 2 cm über den gesamten Verlauf gerechnet, aber die habe ich für vernachlässigbar gehalten.

V9105_48

V9105_50

The hemline was a lot of trouble. At first I didn’t really know how to make it even and prevent the overlapping of the bound-button closing from sticking out. The homebrewer assisted me with a folding meter stick by measuring the distance from hemline to ground. I guess a discrepancy of 2cm is neglectable?
I must admit, the method of finishing the hemline with biasbinding was the wrong choice. I’m recently obsessed with finishing hemlines with bias tape and wanted to do it here as well. I stitched the bias tape right side on right side using the sewing machine and sewed it to the left side by hand using blindstitches. The bias tape is to stiff for the thin fabric so the hem is sticking out a bit. The better choice would have been a narrow hem with blindstitch.

V9105_44

V9105_45

V9105_46

V9105_47

Merken

Hinterlasse einen Kommentar »

{Projekt Kleiderschrank} Vogue 9105 – Ein erster Zwischenstand

Ich kann vermelden: Das Kleid ist erfolgreich zusammen gebaut. Ich hoffe nur inständig, dass es nicht völlig verzogen ist. Versucht mal Abnäher zu nähen, wenn sich der Stoff ständig in sämtliche Richtungen davon bewegt. Noch dazu kommt, ich kann nicht wirklich mit Stecknadeln (ich hab erstmal Clipse bestellt – mit 10 kommt man nicht so weit) arbeiten – man muss höllisch aufpassen, dass man nicht irgendwelche Fäden zieht oder Maschen laufen lässt. Ganz verhindern konnte ich es nicht, obwohl ich mir extra noch Microtex Nadeln gekauft habe und mit Stärke 60 genäht habe.

V9105_52

Es soll mir eine Lehre sein: Augen auf bei der Stoffwahl – Schönheit sollte nicht das einzige Auswahlkriterium sein.

V9105_29

V9105_30

I successfully managed to sew the dress together. I just hoe it’s not completely detoriated. Try sewing darts when the fabric is moving in all directions. What is more I can’t really use pins because if you are not careful you might pull some theards accidentally. It still happened at some places although I especially got some Microtex needles and used the smallest size in the package (60).
This should teach me something about choosing my fabric – beauty shouldn’t be the only criteria.

Die Ärmelmanschetten sind auch bereits angenäht und als erstes habe ich sie natürlich verkehrtherum angenäht – weil ich mal wieder zuviel darüber nachgedacht habe. Als ich es gemerkt habe, hatte ich natürlich grade die Nahtzugabe zurückgeschnitten. Nach einmal kurz panisch im Kreislaufen, habe ich alles gaaaaanz vorsichtig wieder abgetrennt und dann erst Mal was anderes gemacht. Beim zweiten Versuch lief dann zum Glück alles glatt – ich glaube sonst, hätte ich an der Stelle schon aufgegeben.

V9105_32

V9105_33
Innenseite mit Ärmelbeleg / Inside of the sleeve with interfacing

The cuffs are also already in and of course I did it the wrong way first because I was thinking too much about which way to put it. When I realized my mistake I just finished cutting back the seam allowance. I carefully took the sleeve apart again and did something else. The second try was much more successful. Otherwise I think, I would have given up at this point.

V9105_34

V9105_35

Im nächsten Schritt wurden Frontbeleg und Rockversteifung angebracht. Das hat etwas Grübelei erfordert, denn die Anleitung redet immer nur vom rechten Frontteil – es ist aber im selben Arbeitsschritt auch das andere Teil gemeint. Man muss übrigens auch selbst ans Versäubern denken, denn das wird mit keinem Wort in der Anleitung erwähnt.

The next step was attaching the front facing and the skirt stiffening. I found it a bit tricky, because the instruction only mentions the right side of the front – but you need to do it on the left part at the same time. Don’t forget to neaten the raw edges because this step is not mentioned at all.

Im nächsten Schritt werden dann die Knopflöcher fertiggestellt und die Knöpfe angenäht.
The next step will be buttons and buttonholes.

V9105_31
Das Glück ist bekanntlich mit den Tüchtigen 😉

Merken

Merken

Hinterlasse einen Kommentar »

{Projekt Kleiderschrank} Vogue 9105: Jetzt wird’s ernst

Mein aktuelles Projekt an diesem (Crea-)Dienstag.

Das Probemodell ist fertig und passt soweit. Nun geht es an’s Eingemachte.
Ursprünglich wollte ich mir mal ein bordeauxrotes Kleid nähen, aber für eine Sommerhochzeit erschien mir die Farbe dann doch zu schwer.
Daher habe ich noch einmal umdisponiert und mich für diesen hübschen Satinstoff von Stoff&Stil entschieden.

I finished the testgarment and now I’m ready for the real deal. Originally I wanted to use a bordeaux colored sateen but it looked too much for a summer wedding. Instead I’ve choosen this pretty sateen fabric from Stoff&Stil.

Schon als ich den Stoff ausgepackt habe, wusste ich, dass es ein harter Kampf wird, ich glaube, ich habe noch nie sooo rutschigen Stoff in der Hand gehabt und er ist zudem noch dünner als ich erwartet hatte.

I immediately knew that this will be a difficult task when unwrapping the package. I don’t think I’ve ever had a slippery fabric like this in my hands and it’s more lightweight than expected.

Um den Stoff auslegen zu können musste ich im Schlafzimmer einige Möbel verrücken – es war jede Menge Stoff. Um ihn zu zähmen habe ich ihn kurzerhand mit Malerkrepp auf dem Boden festgeklebt und großzügig von der Sprühstärke Gebrauch gemacht. Trotzdem war genauso schwer fassbar wie Wasser – er hat gemacht was er wollte.

V9105_18

I had to move some furniture in the bedroom in order to lay out the fabric. It was a lot! The fabric behaved almost like water so I taped it to the floor using some masking tape and a lot of spray starch – the fabric still did what it wanted.

V9105_17

Ich hoffe inständig, dass ich den Stoff beim zuschneiden nicht zustark verzogen habe.
Als Einlage wird Organza verwendet, die ich auch schon auf den entsprechenden Belegen festgeheftet habe. Ich hab mich ein bisschen gewundert warum keine selbstklebende Einlag verwendet wird, aber da das Schnittmuster eine Reproduktion von 1954 ist, konnte ich mir die Frage selbst beantworten. Die wird’s einfach noch nicht gegeben haben.

V9105_19

I just hope that the fabric didn’t distort too much while cutting.
Organza is used for the interfacing and I already tacked it to the according pattern pieces. I wondered a bit why they didn’t use iron-on interfacing but I ould answer the question myself. Since the pattern is a reproduction from 1954 – I guess there was no such thing.

V9105_20

V9105_21

Die Knopflöcher kamen als nächstes an die Reihe und sie haben mich ziemlich Nerven gekostet. Zunächst habe ich den Beleg verkehrt herum auf den Stoff übertragen … und mich gewundert warumes nicht passt. Hier ist es ziemlich hilfreich, wenn man sich die „Center Front“ Linie auf die Stoffteile mit überträgt. Dadurch dass der Stoff so rutschig ist, konnte man ihn kaum ordentlich in Falten legen. Also einen Schönheitspreis gewinnen sie nicht, aber sie sind drin.

V9105_23

V9105_24

The bound buttonholes were quite nerve racking. At first I copied the buttonhole part to the wrong side od the fabric – of course it didn’t fit. I found it quite helpful to copy the „center front“ line onto the fabric. Because the fabric is so slippery, it was all over the place and I couldn’t get the folds a neat as I wanted to. They are not pretty, but they are in.

V9105_25

V9105_26

So sieht es jetzt aus, als nächstes wird das Kleid zusammengesetzt.
That’s how it looks now. Comming up – I’ll put the dress together.

Merken

2 Kommentare »

Film und Serien Sew Along 2016: Finale

Huch, schon Finale! Die Zeit verging aber wirklich schnell.

Mein weißes Hemdblusenkleid á la James Bond ist fertig geworden – aber irgendwie nicht ganz so wie ich es mir vorgestellt habe.

Hier nochmal das Original:

fussa16_07

 

 

 

 

 

 

Quelle: Pinterest

 

 

Und hier mein Werk:

Edith13

Es hat ein bisschen was von….. mmmh…. Krankenschwester, oder?

Genäht habe ich nach dem Schnittmuster Edith von MariaDenmark. Über meine Verständnisschwierigkeiten mit dem Kragen, hatte ich ja hier schon berichtet. Aber dank meines Probelaufs, hat es jetzt ganz gut funktioniert.

Edith08

Edith09

Gewählt habe ich einen nicht zu dünnen weißen Leinenstoff. Bei weißen Stoffen ist ja die Schwierigkeit immer, dass sie recht durchscheinend sind. Ich wollte schon immer ein Leinenkleid haben, allerdings ist da der Nachteil das Leinen ohne Ende knittert. Trotz des exzessiven Gebrauchs von Bügelhilfe habe ich nicht alle Falten rausbekommen. Aber ich schätze das ist ohnehin vergebliche Liebsmühe.

Ich habe alle Kanten mit Zickzackstich versäubert und hoffe, das es hält. Leinen franst durch seine lockere Webart ziemlich stark.

Edith11a

Edith11

Zum ersten Mal habe ich auch eine größere Anzahl an Knopflöchern genäht und war froh, als ich sie alle so schön gleichmäßig drin hatte.
Als ich dann nochmal nachgeschlagen habe wie man Knöpfe richtig mit Steg annäht, ist mir aufgefallen, dass ich da einen kleinen Fehler begangen habe.
Im Buch (Nähen Schritt für Schritt von Alison Smith) steht:

Grundsätzlich werden Knopflöcher in eine Knopflochblende oder einen Belegstreifen vertikal eingearbeitet. Alle anderen Knopflöcher sollten horizontal angelegt werden, denn dann belastet jeder Zug das Ende des Knopfloches und verhindert, dass sich der Knopf von selbst öffnet.

Edith10

Ups.
Ich habe gar nicht darüber nachgedacht, dass man Knopflöcher auch längs einarbeiten kann, aber ein Blick auf einige meiner Blusen hat das bestätigt. In meinem Hochzeitsgast-Kleid (da hatte ich schon das Probeteil fertig), werden die Knopflöcher auch quer eingearbeitet, deshalb hab ich mir da überhaupt keine Gedanken um die Richtung gemacht. Allerdings sind das Paspelknopflöcher, vielleicht ist das da anders.
Da die Knopflöcher schon aufgeschnitten waren, als ich diesen Teil gelesen habe, lies sich das nun nicht mehr ändern. Naja, beim nächsten Mal mach ich es dann richtig. So ein großes Drama ist das jetzt auch nicht.

Die Nahtzugabe bei den Armausschnitten wird laut Anleitung nur mit der Zackenschere zurückgeschnitten (zumindest sah es auf dem Bild so aus) einmal umgeschlagen und knappkantig festgesteppt. So richtig gefällt mir das nicht, weil man es beim Tragen durchaus sieht. Beim nächsten Mal würde ich die Armausschnitte vielleicht einfassen.

Edith12

Nun zum Saum und das Geheimnis der 2cm.
Das Kleid hat mich vor ein Rätsel gestellt. Auf der einen Seite war der Frontbeleg 2cm zukurz und auf der anderen Seite 2cm zulang – obwohl ich den Stoff doppelt zuschnitten habe und beide Teile gleichlang waren. Also hab ich kurzerhand abgemessen und die untere Kante so abgeschnitten, dass alles schön gleich ist – ahhhhh. Nicht gut. Worauf ich nämlich nicht geachtet habe, war das die Knopfleiste vorne eigentlich gleich lang war. Nachdem ich die Schere angesetzt und den Saum umgenäht hatte fehlten nämlich auf der Seite mit den Knöpfen plötzlich wieder 2cm…
Naja um das auszugleichen hab ich schrecklich geschummelt und ein bisschen gepfuscht.

Edith12a
Der Übergang ist allerdings an der Seitennaht, wenn man es nicht weiß fällt es nicht auf.

Wie man sieht hatte ich den Saum eigentlich mit einem Schrägband verstürzt. Mir gefällt diese Methode, die ich durch den Sommer-Rock-Sew-Along kennengelernt eigentlich ziemlich gut.

Edith18

Edith14

Edith17

Ach, eigentlich gefällt es mir doch ganz gut. Vielleicht mach ich ja mal noch die Bluse.

Edith19

Mein Agent Carter Kleid habe ich leider nicht geschafft, aber das werde ich bei Gelegenheit nachholen. Momentan nimmt mich mein Hochzeitsgastkleid voll in Anspruch.
V9105_17
Ich kämpfe!

Vielen Dank an yacurama von Minimale Extravaganz für das organisieren des Sew Alongs. Es war eine Quelle der Inspiration und hat riesig Spaß gemacht 🙂
Sollte es im nächsten Jahr eine Neuauflage (hoffentlich!) geben, bin ich gerne wieder mit von der Partie.
Gestern zum Me-Made-Mittwoch habe ich es leider nicht geschafft, aber dafür geht es heute mit zum RUMS.

6 Kommentare »

{Projekt Kleiderschrank} Vogue 9105 – Das Hochzeitsgastkleid – Probemodell

Alle anderen Projekte (sprich: FUSSA16) mussten jetzt erst einmal zu Gunsten des Großprojektes Hochzeitsgastkleid hinten angestellt werden. Die Zeit drängt, Deadline ist der 30. Juli und das Probemodell ist soweit fertig.

V9105_02

Ich befürchte, ich habe mich da ein bisschen übernommen. Ich glaube, dieses Kleid liegt so ein bis zwei Level über meinem bisherigem Kenntnisstand aber ich habe mich durchgeninjat.

Zu aller erst musste ich erstmal eine ganze Weile darüber nachgrübeln, wie das wohl mit dem Auflageplan für die Schnitteile gemeint war. Warum bitte soll ich denn den Stoff drehen? Bis es mir dann irgendwann (nach 30 Minuten Kopf kratzen) klar wurde. Der Stoff liegt nicht längs Webkante auf Webkante, wie das bei mir bis jetzt meistens der Fall war, sondern quer. Und da ist dann natürlich klar, warum der Stoff in der Hälfte durchgeschnitten und gedreht werden muss – sonst steht das Muster auf dem Kopf.
Das nächste Problem. Wo lege ich den Stoff aus? 5m längs gefaltet hätte ich im Flur untergebracht, aber quer? So breit ist er dann doch nicht. Ich hab dann im Schlafzimmer das Bett und diverse andere Möbel verrückt und so ging es dann.
Wie macht ihr das mit großen Stoffstücken?

Nun, für mein Testmodell war jetzt die Stoffrichtung nicht so ausschlaggebend, aber diesmal habe ich mir direkt Mühe gegeben.
Der erste Akt waren die Knopflöcher. Dachte ich ja noch eine ganze Weile, dass es sich dabei um ganz normale Knopflöcher handelt und deshalb habe ich die Markierungen nur mit einem Strich übertragen. Eine Anmerkung zu den Markierungen – davon ist jeder einzelne Kreis, Viereck und jedes noch so kleines Dreieck wichtig, also alles schön übertragen und nicht so schludrig wie ich, nur die Knipse und die großen Kreise….
Ich musste allerdings schnell feststellen, dass es bei weitem keine gewöhnlichen Knopflöcher waren und hatte jede Menge „Hä?-Wie jetzt Momente“ was die Faltung des Stoffstückes anging.
Eine Googel-Such nach „Verstürztes Knopfloch“ brachte überraschende Ergebnisse. Die Dinger nennen sich Paspelknopflöcher und ein hervorragendes Tutorial gibt es hier. Wieder was gelernt.

V9105_03

V9105_04

Die Knopflochklippe erfolgreich umschifft (ja, sie sind jetzt nicht schön, aber ich habe sie auch mehrfach wieder aufgetrennt) haben sich die Kleiderteile eigentlich recht einfach aneinander nähen lassen. Unterm Arm wurde es nochmal ein bisschen fummelig mit diesen putzigen Verstärkungsvierecken aber klappte erstaunlich gut. Leider kann man das Kleid zwischen durch nicht einfach mal so anprobieren, erst wenn alles zusammengenäht ist, da Ober- und Unterteil ja ein Schnittteil sind. Im Endeffekt hab ich im Rückenteil noch 1 cm rausgenommen.

Bei den Taschen war ich wieder verwirrt, weil da nur der Mittelteil (zwischen Punkt und Viereck) angenäht wird, das hat alles überhaupt keinen Sinn gemacht. Ich hab’s einfach irgendwie angenäht, wie ich es für richtig gehalten habe. Ich muss dazu sagen, dass sie deutsche Übersetzung katastophal ist – Sorry, aber Computerübersetzungsprogramme ist nicht die Lösung für alles. Ich sage nur „Und drücken sie den knopf Macht“….

V9105_05

Interessant wurde es mit der Rockversteifung. Alle Blogs, die ich gefunden habe, wo über das Kleid berichtet wurde, haben diesen Versteifungsteil weggelassen. Allerdings ist mein Kleiderstoff relativ dünn, also wollte ich den ungern weglassen. Es soll ja auch ein bisschen festlich aussehen.

Ich habe ein Rest Bettlaken (der schwarze Stoff) genommen um den Versteifungsteil zu simulieren und habe nur den oberen Teil zugeschnitten, damit ich verstehe wie das angenäht wird. Jetzt war mir auch klar, warum die Taschen so komisch angenäht werden, weil dann die Versteifung dann noch eingeschoben wird. Allerdings habe ich beim festnähen gepennt und die Taschen prompt zugenäht…

V9105_06

Mit dem Ripsband/Gürtel wusste ich bis zur Anprobe nicht, was ich davon halten sollte. Ich empfehle, sich nicht nach der Schablone (obwohl es nett ist, dass sie eine dazugegeben haben) zu richten sondern die eigenen Taillenmaße + 5cm zunehmen. Ich hab mich nach der Schablone gerichtet und es war zu kurz – kürzer machen geht immer. Aber die Idee ist gut, damit sitzt das Kleid gut auf Taille.

Beim Sommer-Rock-Sew-Along ging es im dritten Treffen um Details und unter anderem um Säume. Also habe ich beim Saum ein bisschen mit Schrägband und Blindstichen geübt. Das gefällt mir eigentlich ganz gut, mal sehen ob ich was in der passenden Farbe finde.

V9105_09
Mit der Maschine angenäht

V9105_10
Mit Blindstich angenäht

V9105_11
Und beides nochmal von vorn

Die Sache mit dem Frontbeleg und dem Saum habe ich allerdings weder im Deutschen noch im Englischen verstanden. Was genau soll ich hier machen?
V9105_12
Soweit ich das verstanden habe, soll damit der Saum sauber versteckt werden aber wie ich das machen soll ist mir ein Rätsel. Vor allem „Wie gezeigt…“ ich kann auf dem Bild nix nachvollziehen.

V9105_08

V9105_07
So nicht, glaube ich…

V9105_15
So siehts angezogen aus.
Ich habe den Saum noch um ganze 15cm gekürzt.

V9105_16

Ich hab mit noch einen Petticoat im Schlussverkauf geleistet.
V9105_13

V9105_14

So und jetzt noch schnell ab zum Me-Made-Mittwoch damit

1 Kommentar »

Film und Serien Sew Along: 3. Streich

Huch, jetzt hätte ich doch fast unseren 3. Termin verschlafen.
Um ehrlich zusein, ist bei mir in Sachen Film- und Serien-Sew-Along noch nicht soviel geworden. Ich war mit meinen Sommerröcken beschäftigt (und außerdem sind wir jetzt stolze Gartenbesitzer 😉 ). Bevor ich mich nun aber vollends mit meinem Großprojekt Hochzeitsgastkleid beschäftige, wollte ich erstmal alle angefangen Projekte beenden.

Edith01

Für mein weißes James-Bond-Kleid hatte ich schon ein Probeteil genäht bevor ich mich in den Sommer-Rock-Along gestürzt habe. Auch hier hatte ich keine Lust eins zu machen, da ich aber in der Taillenline eine Größe größer gehen musste, wollte ich auf der sicheren Seite sein.

Edith02

Wieder musste ich allerdings feststellen, dass es gut war, eins gemacht zu haben, denn ich bin mit dem Kragen (es ist mein erster Kragen und ich habe eigentlich keine Ahnung, wie soetwas funktioniert) nicht so richtig klargekommen. Ich wusste nicht was ich wo, wie zusammennähen soll und deshalb hab ich ein bisschen rumprobiert. Ein paar aussagekräftigere Bilder wären durchaus hilfreich gewesen. Dafür ist ein Probeteil ja auch da, auch wenn ich mir nicht immer unbedingt die größte Mühe beim Nähen dieser Dinger gebe.

Edith05
Na blos gut, dass es ein Probeteil ist.

Edith04

Meinen weißen Leinenstoff habe ich auch schon zugeschnitten und ich muss sagen, er fasst sich toll an.

Edith06

Ich habe ihn unheimlich gerne in der Hand und deshalb hab das Kleid heute morgen, als es fröhlich vor sich hin regnete, auch schon teilweise zusammengenäht. Morgen kommt der Kragen an die Reihe.

Edith07
So ist der aktuelle Stand. Im Moment noch ohne Kragen. Der Stoff ist auch blickdichter, als ich gedacht hatte, aber ohne Unterröckchen wir es trotzdem nicht gehen.

2 Kommentare »

%d Bloggern gefällt das: