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Ein neuer Rock/ A new skirt

- 04/05/2016

(Please scroll down for English)

Dafür dass ich vorher fast nie Röcke getragen habe, habe ich jetzt ziemlich viele 🙂 Lag wohl einfach daran, dass ich keine passenden hatte.

Rock02

Als ich letzte Woche mein schwarz-weißes Top aus der Burda vorgestellt habe (vielen Dank nochmal für die positiven Kommentare), hatte ich ja auch angekündigt, dass ich mich jetzt erstmal von der Burda verabschieden werde. Die Maiausgabe habe ich mir schon gar nicht mehr gekauft – dafür aber die neue Nähtrends (die deutsche Version der spanischen Patrones). Die Ausgabe 01/2016 hat viele schöne Modelle, ich habe mir den Printrock Nr. 17 ausgesucht. Der Schnittbogen war eine kleine Überraschung, nur 3 Größen eingezeichnet. In der ‚Bedienungsanleitung‘ steht:

„Die Größen werden in jeweils drei Größen angegeben. Für Zwischengrößen reicht es, jeweils eine Linie in gleicher Distanz zur jeweils kleineren und größeren Größe einzuzeichen.“

Aha, so einfach? Ich hatte in sofern Glück, dass die Tabelle wieder Größe 44 als meine Größe identifiziert hat und die ist eingezeichnet. Ich finde es immernoch interessant, dass da zwei Größen Unterschied zu meiner Konfektionsgröße (40) sind. Würde ich mir eine 44 im Laden kaufen, könnte ich ein Zelt draus bauen. Da spricht die Eitelkeit – ignoriert sie einfach.

Wer sich bei den Größen unsicher ist, findet bei „Zufall, wenn’s klappt!“ in den Kommentaren hilfreiche Hinweise zu den Größen in der Nähtrends.

Außerdem ist der Schnittbogen auf Spanisch beschriftet…
Bei Seemannsgarn gibt es – mit perfektem Timing – ein hilfreiches Glossar.

Schön finde ich, dass in der Zeitschrift eine kleine Nähschule ist, die z.B. Belege an Hals- und Armausschnitten erklärt, das hätte ich mal vor meinen beiden Tops lesen sollen….

Nun aber zu meinem Rock.

Rock04

Rock05

Der Stoff hat seinen Weg beim letzten Ikea-Einkauf in meinen Wagen gefunden. Höchst faszinierend diese Abwiege-Technik dort.
Leider habe ich den breiten weißen Rand nicht bedacht. In meinem Kopf sah es irgendwie besser aus.
Den Reißverschluss habe ich von der Seite nach hinten verlegt. Seitenreißverschlüsse irritieren mich nach wie vor ein bisschen, weil ich, bevor ich mit nähen angefangen habe, noch nie mit welchen konfrontiert worden bin.
Und beim Bund – naaaja. Ich wollte gern einen Knopf (vielleicht ist jetzt der Zeitpunkt um über diese Snaps-Dinger nachzudenken) haben und hab mir das einfach zuspät überlegt.

Rock06

Da waren Rock, Unterrock und Bund schon angenäht. In der Anleitung sollte der Reißverschluss bis zur Bruchkannte des Bundes genäht werden. Wenn ich ehrlich bin, habe ich immer noch nicht genau verstanden, wie man einen Rockbund näht – das war ja schon beim Rock Delphine ein frustriendes Problem, dass ich dann irgendwie gelöst habe. Jetzt weiß ich immerhin schon was das mit dem Umfalten und Ecken auszupfen auf sich hat. Hilfreich war diese bebilderte Anleitung. Trotzdem bin ich noch nicht ganz so zufrieden. Wie bekomme ich den Bund dazu, dass er an der Taille nicht absteht?
Naja und Reißverschluss einnähen, wenn einem der Unterrock ständig im Weg rumwuschelt ist auch nicht so ganz ohne. Im ersten Versuch habe ich den Unterrock auch prompt erstmal quer über dem Reißverschluss mit festgenäht und mich dann gewundert, warum er nicht mehr aufgeht…

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(Ja, bei den Abnähern vom Unterrock hatte ich einen kleinen Denkfehler 😉 ) – Sieht keiner und unterstreich die Individualität)

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Ach ja und weil der Rock auf dem Bild kürzer als meine Wohlfühllänge aussah, habe ich ihn um ganze 5 cm verlängert.

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Angezogen gefällt er mir eigentlich schon ganz gut. Der Hobbybrauer meinte, die Taille sei zu hoch. Finde ich eigentlich nicht, ist ja schließlich ein Taillenrock – außerdem ist mir persönlich ein hoher Bund lieber.

Rock01

Ich habe drei Tage gebraucht um den Rock zu nähen – Vom Schnittmusterabzeichnen bis zum fertigen Stück. Zwischendrinn habe ich mir schon so meine Gedanken gemacht, wie es möglich ist, dass man im Laden Röcke oder auch Oberteile für 3-5 Euro kaufen kann. Passend zu meinen Gedanken, tauchten Ende April viele Blogartikel zum Thema Fast Fashion und zum Fashion-Revolution-Day auf, die eigentlich genau das auf den Punkt brachten, was mir schon eine Weile unterschwellig durch den Kopf ging. Seit ich mit nähen angefangen habe kann ich mittlerweile auch ein bisschen einschätzen, wieviel Arbeit in so einem Kleidungsstück steckt. Und sei es nur etwas so einfaches wie ein Rock.
Zwei für mich interessante Artikel habe ich unter anderem bei Herzilein-Dinge und Wasteland Rebel gelesen. Nach letzterem Artikel, habe ich meine gut erhaltenen aussortierten Sachen/Fehlkäufe der letzten Jahre prompt zu Oxfam in der Stadt geschafft und nicht den Altkleidercontainer um die Ecke, wie ich es eigentlich vorhatte.

In diesem Zusammenhang verfolge ich auch sehr aufmerksam PiexSu’s Challenge 365 Tage Ohne. 365 Tage ohne Kleidung zu kaufen. Als ich mich im Januar zum ersten Mal an eine Nähmaschine gesetzt habe, habe ich mir auch vorgenommen so wenig Kleidung wie möglich im Laden zu kaufen – einfach auch um meinen Lernprozess zu beschleunigen. Nun gehöre ich zu den Menschen, die nicht zum Zeitvertreib einkaufen gehen. Ich hasse Klamotten Shoppen – weil es in 90% der Fälle immer mit Frustration endet. Und ich gehe wirklich nur einkaufen, wenn etwas neues brauche (weil das alte kaputt oder abgetragen ist) oder ein Anlass ins Haus steht zu dem man etwas besonderes braucht. Aber selbst das ist kein Garant. Ich gehe mit der festen Absicht in die Stadt mir eine neue Jeans zukaufen, weil die alte vom vielen Fahrradfahren an den Oberschenkeln aufgerubbelt ist und komme mit 5 neuen Büchern nach Hause… Bücher sind mein Frustshopping…. ich arbeite dran.
Da ich mich Facebook erfolgreich verweigert habe, habe ich mich nicht offiziell bei der Challenge eingetragen aber inoffiziell habe ich schon den Anspruch Kleidung kaufen so weit wie möglich und praktikabel zu vermeiden.
Aber wer macht eigentlich den Stoff den wir verarbeiten? Je mehr man sich mit einem Thema beschäftigt, desto weitere Kreise zieht es.

Meinen Rock und meine Gedanken zum Thema nehme ich jetzt mit zum Me-Made-Mittwoch und verlinke ihn auch gleich mal bei PiexSu.

********************

We have a new sewing magazine in Germany. It’s called „Nähtrends“ and it’s the German edition of the Spanish „Patrones“ magazine.

My last two projects were two tops from the April edition of the Burda Style magazine. I battled my way through the instructions although they are far from beginner friendly – and the result is wearable. Now I wanted to find out if other magazines are also cryptic in their instructions. The new magazine has a lot of pretty clothes and I decided to make another skirt – since I had the fabric (from my last visit to IKEA – I hate to admit it) in my stash.
I choose to do skirt number 17.
I changed the zipper to the back und added 5 cm to the length. The waistband is still giving me troubles. I wanted to have a waistband with a button but decided too late. The instructions says to put the zipper right up to the fold line of the waistband. I was confused as I’m still trying to figure out the best way to sew a waistband to a skirt. It’s quite some trouble to sew a zipper in with skirt, underskirt and waistband already sewn togehter.
I do like how it turned out – althought the homebrewer thinks the skirt sits too high. I like it this way and feel more comfortable when the waistband actually reaches up to the waist. Now how do I stop the waistband from gapping?

It took me about three days to sew the skirt and I started wondering how it is possible for shops like H&M and Primark to offer skirts or tops from 3-5 Euros. Incidentally at the end of April a lot of blog entries started popping up about Fast Fashion and the Fashion Revolution Day on April 24th. They were voicing the thoughts which had been in my head for a while now since I started sewing in January.
After sitting behind the sewing machine for the first time I also decided to buy as little clothing as possible. Originally this was to speed up my learning process but after reading a bit more about the Fashion Industry, I also lost the will to enter those shops. I don’t think I will miss it much, as shopping for clothing has always been more of an ordeal for me than a valid freetime activity.
But who produces the fabric we are using? Somehow, the more you get in to a topic, the complexer it becomes.

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7 responses to “Ein neuer Rock/ A new skirt

  1. kuestensocke sagt:

    Ein schöner Rock ist das geworden Trotz aller Widrigkeiten am Anfang. Von KamSnaps für Röcke kann ich nur abraten – versuch es lieber mit stabilen Haken. http://www.ebay.de/itm/Hosenhaken-9mm-mit-Steg-10-Stuck-silber-Hosenverschlus-Hosenverschlusse-/221707264356?hash=item339ec86164:g:gVQAAOxy3cJTfxLj
    Die benutze ich immer und komme super damit zurecht. LG Kuestensocke

    • jsama0201 sagt:

      Danke!
      Oh, Haken – das ist auch eine gute Idee. Da der Druckknopf den ich verwendet habe nicht besonders gut hält, werde ich das bestimmt nochmal mit der Hakenvariante ausprobieren. Danke für den Tipp.

  2. Quintilia sagt:

    Ach, du sprichst mir mit vielem, was du schreibst aus der Seele. Und es erfüllt mich auch ein wenig mit Genugtuung, dass sich unter den vielen „Halbprofis“ auch noch Nähbegeisterte finden, die wie ich oft genug noch mit den Grundlagen herumkämpfen müssen. Und zu Ikea muss ich glaub ich auch mal wieder.
    Ich freu mich schon auf dein nächstes Rockexperiment, denn ich finde auch, dass man davon nicht genug haben kann.
    LG Quintilia

  3. Katharina sagt:

    Das mit dem Haken finde ich auch gut, den sieht man von aussen nicht. Einen Knopf mit Knopfloch könntest Du doch immer noch annähen?
    Der Rock ist schön geworden, für mich sieht es aber so aus, als müsst er höher sitzen, daher der abstehende Bund. Vielleicht wäre auch ein Rock ganz ohne Bund bei Deiner Figur besser, oder mit Formbund. Diese Bünde, die quasi rechteckig sind passen mir auch überhaupt nicht…
    Ich hoffe es ist ok, daß ich das schreibe, es klingt so als wärst Du noch auf Erfahrungssuche 😉
    Viel Spaß weiterhin beim MMM!
    LG von Katharina

    • jsama0201 sagt:

      Hallo, danke für deinen Kommentar. Es ist völlig okay , dass du das schreibst. Schließlich habe ich ja auch danach gefragt 😉 Ich bin für jeden Input dankbar. Dann werde ich jetzt mal das Thema Formbund recherchieren.

  4. blaupause7 sagt:

    Schöner Rock, und schön, dass ich jetzt endlich mal auf Fotos sehen kann, wie Druckknöpfe wirklich eingenäht werden müssen. Sollten sich meine Knöpfe erneut lockern, mache ich es einfach so wie Du.

    LG
    Ulrike

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