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Zeitschriften Sew Along mit Burda: Der zweite Zwischenstand

- 13/04/2016

Ich habe es langsam angehen lassen, weil ich mich irgendwie nicht so richtig ran getraut habe. Die Burda wirkte auf einmal ziemlich einschüchternd aber dann habe ich mir ein Herz gefasst und mich an Top 118 herangewagt. Mich als Anfänger hatte ja angesprochen, dass es als leicht gekennzeichnet war und auch relativ schlicht aussah. Allerdings wäre ich schon fast an Schritt 1 gescheitert. ‚Leicht‘ ist da vermutlich relativ zu sehen. Für erfahrene Burda-Näherinnen ist es ein Klacks (das habe ich schon auf anderen Blogs gesehen), für mich war es allerdings das allererste Modell, dass ich aus der Burda (aus einer Nähzeitschrift überhaupt) genäht habe. Aber irgendwo muss man ja mal anfangen und so habe ich mich durchgekämpft.

Zum Üben habe ich mir ein Probemodell genäht. Das erschien mir sinnvoll (und sollte sich auch so bewahrheiten)

Setzen wir uns mal mit Schritt Eins auseinander.
‚Am Vorderteil die Abnäher in der Mitte (markierte Stepplinie – ja, auf dem Bogen ist die tatsächlich markiert) so falten, dass die linken Stoffseiten aufeinander liegen.‘
-Was? Hatte ich nicht grade beim Online-Kurs im Part Abnäher gelernt, dass die Rechten Seiten aufeinander gehen.
Entlang der schrägen Abnäherlinien steppen.- Mmmh Ok, also die äußeren, ich hab erstmal Heftfaden genommen.
Die Mitte der Abnähertiefe (Waas? Was ist denn bitte die Abnähertiefe) auf die Naht legen und und die Abnäher vom breiten Ende zur Spitze hin bügeln. Abnähertiefen wie eingezeichnet feststeppen.

Top05

Ich hab mir ein Probestück genommen und es wie beim Origami hin- und hergefalten. Letzten Endes war es mein Mutti, die mir den entscheidenden Tipp gegeben hat. Es war zwar nicht exakt das, was ich gemeint habe aber plötzlich hatte ich es, in dem ich die beiden Seiten zur Mitte gefaltet habe und die Mitte auf der Vorderseite plattgedrückt war. Ah-Ha!

Top07
Die Abnähertiefe ist übrigens die Strecke von der Naht bis zur Bruchkante, aber das nur nebenbei.

Top04

Am Probeteil habe ich dann so ein bisschen rumexperimentiert und eigentlich alle Fehler gemacht, die man so machen kann. Den einen Abnäher rechtsrum und den anderen linksrum einnähen, bei den Besatzstreifen für den Armausschnitt hatte ich mich verlesen und er war 6 cm zu kurz. Aber dafür sind Pobeteile ja da.

Top03

Am Ende sah es so aus.
Ich präsentiere Modell Jutesack:

Top01

Was ist das mit den Burda-Größen? Laut Maßtabelle muss ich Größe 44 nehmen. Bei Kaufkleidung trage ich in der Regel eine 40. Das erscheint mir schon ein recht großer Unterschied. Kann ich davon ausgehen, dass ich prinzipiell eine Größe kleiner zuschneiden kann? Ich werde das mal noch beobachten. Hab ja noch ein Top, welches ich nähen möchte.
Nun gut, das Modell war ja auch recht locker geschnitten, der Nesselstoff fällt mit Sicherheit anders als mein Viskosekrepp, aber trotzdem. Sehr schmeichelhaft ist das nicht.
Außerdem zu ist es zu kurz (dabei bin ich 165 groß, die Burdamodelle sind für eine Größe von 167cm konzipiert) und mein Probemodell ist noch nicht mal gesäumt.

Top02

An der Seite muss definitv Stoff weg, also habe ich auf Höhe der Taille auf beiden Seiten zwei cm weggenommen.
Auf dem Schnittbogen habe ich ein Kurve von Größe 44 zu Größe 40 auf Taillenhöhe gezogen und die dann zu Größe 42 auslaufen lassen.

Top08

Außerdem habe ich mit Taillenabnähern experimentiert. Jetzt wo ich den Kurs gesehen habe, musste ich das auch gleich mal ausprobieren, aber das war nur so eine Idee.

Top09

Nachdem ich mit dem Sitz so einigermaßen zufrieden war, hab ich alles auf mein Schnittmuster übertragen. Mit meinen neu erworbenen Schnittmusterverlängerungs-Fähigkeiten habe ich das Schnittmuster noch um ganze 5 cm verlängert

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Bei den Abnähern hab ich auch ein bisschen rumgebastelt und die von 8cm auf 10cm verlängert, dann aber nur bis 8 cm zugenäht, so lief die Spitze besser nach vorne aus und hat nicht so einen komischen Knubbel gebildet.
Top14
Vorher

Top15
Nachher

Top13
Direkter Vergleich

Als ich dann voller Enthusiasmus meinen schönen Viskose Krepp (das ist übrigens der Stoff, wo das geänderte Schnittmuster draufliegt) zuschneiden wollte, musste ich feststellen, dass er ziemlich genau 1 cm zu schmal war. Egal wie ich es gedreht und gewendet habe, irgendwo hat immer eine Ecke des Schnittmusters über den Stoff hinausgeguckt. Naja, bei der Geschichte, die der Stoff und ich gemeinsam haben, wundert mich das jetzt nicht mehr wirklich. Da war mein Enthusisamus schon wieder gedämpft. In meinem Stoffhaufen, habe ich dann noch einen lavendelfarbenen, leichtfallenden Blusenstoff gefunden, den ich ganz am Anfang mal aus einer Restekiste als Übungsstoff gefischt hatte. Da mich nun der Ehrgeiz fest in seinem Griff hatte und ich das Top unbedingt nähen wollte, hab ich den genommen.

Meine Änderungen habe ich so übertragen, bis auf die Taillenabnäher, die habe ich dann nach der ersten Anprobe doch weggelassen.
Top18

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Also es sitzt wesentlich besser, aber die Farbe…..

Top21
Lavendel schmeichelt mir nicht unbedingt. Der Hobbybrauer meinte in seinem Urteil, es sieht aus wie ein Krankenhauskittel. Ähhh… na so ganz unrecht hat er nicht.

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Ich lass mir noch was einfallen, vielleicht ist es ja zu retten. Zur Not muss es als Schlafanzugoberteil herhalten.

Abschließend kann ich aber auf jeden Fall sagen, dass ich eine ganze Menge dazu gelernt habe. Jetzt werde ich meinen Zwischenstand noch bei unserer Sew-Along-Organisatorin Jenny von BuxSen einreichen und meim Me Made Mittwoch, der Linkparty für selbstgenähte Kleidung, vorbei schauen.

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10 responses to “Zeitschriften Sew Along mit Burda: Der zweite Zwischenstand

  1. Prinzenrolle sagt:

    Toll, was du alles beim ersten Top gelernt hast – und prima deine Dokumentation! Mir gefällt auch das Ergebnis, weil ich die Farbe gern trage. (Falls ich mal – aus Versehen – etwas nähe, was mir farblich eigentlich nicht steht, werfe ich es mit mindestens einem anderen Teil, das ich dazu tragen könnte und mindestens 2 Paar weiße Söckchen und einer Wunschfarbe in die Waschmaschine. Das Ergebnis sind dann farblich nicht gleiche, aber gut passende Kleider…)

    Viel Erfolg bei der weiteren Auseinandersetzung mit der B*rd* und dem sehr speziellen Jargon…

    • jsama0201 sagt:

      Danke! Da ich ja noch ganz am Anfang stehe, lerne ich mit jedem Schnittmuster unheimlich viel dazu. Manchmal erschrecke ich vor meiner eigenen Courage.

  2. Miriam "Mecki macht" sagt:

    Ich bin gerade am selben SM dran und kämpfe mit meinem rutschigen Stoff– und habe schon „Angst“ vor der ersten Anprobe und der Passform der Armausschnitte….die scheinen mir auch fragwürdig weit;-) du bist sehr tapfer durch die ersten Anpassungen und ich bin gespannt, wie du weiter vorgehst- eigentlich passt das Oberteil schon ganz gut, aber der Halsausschnitt ist irgendwie nicht begeisternd— ich hatte mir das auch spektakulärer vorgestellt… Mein Zwischenstand kommt heute oder morgen 😉 lG Miriam „Mecki macht“

    • jsama0201 sagt:

      Ja, der Halsausschnitt ist wirklich etwas seltsam und die ‚Designelemente‘ gewöhnungsbedürftig. Auf dem Bild sieht’s trotzdem irgendwie besser aus.

  3. Stefi sagt:

    Dein fliederfärbiges Top ist ja schon um einiges besser, als dein Probetop. Ich glaube, dass der Stoff noch flutschiger sein muss, damit es noch schöner fällt, was aber wieder viel schlimmer beim Nähen wird….
    Ich will mir das Top auch noch nähen, bin aber noch bei der Stoffsuche und werde mir beim Nähen deine Erfahrungen berücksichtigen. Danke dafür!
    Zumindest wünsche ich dir das Beste beim Nähen und ich freue mich schon auf das Finale.
    LG Stefi

  4. BuxSen sagt:

    Toll, was du alles gemacht, gebastelt und gelernt hast! Ich würde das Top einfach umfärben!
    Liebe Grüße!
    Jenny

  5. Nadine sagt:

    Hihi, an dem schnittmuster hab ich mich letztes Jahr auch versucht und hab leider kein Probeteil genäht sondern direkt einen Stoffschatz aus Indonesien angeschnitten.Das hab seit dem nicht mehr gemacht. Hatte diesselbe Erfahrung wie du. Zu weit und recht kurz. Liegt seit dem auf dem UFO haufen und ich hab keine Motivation da nochmal ranzugehen… dabei ist der Stoff sooooooo toll….

    • jsama0201 sagt:

      Letztes Jahr? Dabei ist der Schnitt aus der April Burda. Recycelt die Burda ihre Schnitte?
      Dank mangelnder Erfahrung, war ich recht froh, dass ich ein Probeteil hatte, an dem ich rumprobieren konnte. Als ich einmal den Punkt überwunden hatte und mich zum loslegen bewegen konnte, hatte ich dann auch keine Berührungsängste mehr. Da hat das rumbasteln richtig Spaß gemacht. Stolz war ich schon auf meine Taillenabnäher, auch wenn ich sie dann nicht übernommen habe ;). Aber ich glaube, wenn ich schon über die entsprechende Erfahrung verfügt hätte, hätte ich vielleicht auch kein Probeteil gemacht und mich hinterher geärgert. Vielleicht holst du es ja noch einmal vor, enger nähen ging relativ unproblematisch- und viel mehr schiefgehen kann ja jetzt auch nicht mehr.

  6. Claudia sagt:

    Find ich toll, daß du soviel experimentierst mit dem Probeteil. Da kann man viele Erfahrungen sammeln. Mit der Größe geht es mir ähnlich. Ich nähe nun immer in der 40 und mache eine Oberweitenanpassung. Wenn ich den Schnitt nach Brustumfang auswählen würde, wären Schulterbereich und Rücken zu groß. Der Rücken ist bei deinem Modell auch zu groß. Ich muß bei Burda z.B. immer die Rückenlänge verringern. Dieser Schnitt hat leider den Nachteil, daß die Abnäher am Ausschnitt mehr Zierde sind, denn um den Brustbereich zu formen sind sie irgendwie zu kurz. Da oben hat wohl keine ihre Brust. Ich denke, wenn du den abstehenden Armausschnitt noch etwas korrigierst wird es eine schöne tragbare Bluse.
    lG Claudia

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