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{Projekt Kleiderschrank} Ich wage mich an einen Rock und es wird Capone

- 30/03/2016

Von meinem Frühlingsherbeiwünschungsrock aus dem Nähkurs im Januar mal abgesehen, habe ich in meinem Kleiderschrank genau einen schwarzen Bleistiftrock, den ich vor Jahren mal gekauft habe und nie an hatte, da er mir eigentlich nur bedingt passt. Dabei würde ich eigentlich gern mehr Röcke tragen, ich finde nur nie etwas, was mir passt, steht, gefällt etc.

Nur gut, dass ich jetzt die entsprechenden Skills besitze um mich an ein Rockprojekt zu wagen. Allzu schwer sollte es nicht sein, aber auch nicht zu leicht damit ich meine neu erworbenen Kenntnisse im Reißverschluss einnähen auch gleich mal testen kann.

Ausgesucht habe ich mir den Schnitt Capone von Unikatze. Schon als die ersten Bilder von dem Rock auf den entsprechenden Linkparties auftauchten war ich ganz angetan. Also los, Frisch gewagt ist halb gewonnen. Schnitt bestellt (mein erstes Online-Schnittmuster) und … hoppla … nur ein knapp 19cm breiter Streifen Papier kam dabei heraus, als ich es zusammengeklebt hatte. Zugegebener Maßen war ich leicht irritiert was ich jetzt damit anfangen soll (ja, ich weiß, Anleitung vorher lesen 😉 ) aber wie ich bei der Pyjamahose für den Hobbybrauer schon gelernt habe. Meißtens hat sich der Schnitmusterersteller etwas dabei gedacht und siehe da, die Anleitung ist unglaublich umfangreich, mit ganz vielen Bildern (falls doch mal was unklar sein sollte) und bekommt von mir den Stempel Anfängerfreundlich. Und selbst als mal was nicht klar war (mein kleiner „Hä? Wie jetzt?“-Moment war, dass ich mir plötzlich nicht so sicher war, welche Seite beim Faltenlegen oben liegt. Rechts oder Links. Und je mehr ich darüber nachgedacht habe, desto verwirrter bin ich geworden. ) eine Email mit schneller Antwort konnte dieses Problem fix beheben.

Capone04

Den Reißverschluss habe ich auch ohne größere Probleme reinbekommen. Immer mit den Worten meiner Oma im Ohr: „Und das du mir ja alles heftest!“. Und ich habe geheftet, wie ein Weltmeister, den Reißverschluss (sehr nützlich), die Falten an der Nahtzugabe (auch sehr hilfreich), den Bund (hilfreich und vor allem anprobiertauglich ohne sich ständig zu pieksen) nur bei den Seitennähten habe ich es beim Stecken mit Nadeln belassen.

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Beim Nähen, dann ein kleiner Lapsus, ich habe den Rock verkehrt herum unter die Maschine gelegt, sodass der Reißverschlussfuß zwar an den Zähnchen entlang gelaufen ist, die Nadel aber auf der falschen Seite war. Da hab ich mich ein bisschen gewundert, weil ich mir dachte, wenn ich da die Heftfäden entferne dann ist der Reißverschluss ja ganz locker. So konnte es also nicht sein. Also nochmal unter die Maschine, diesmal richtig und nochmal festgenäht. Aus diesem Grund sind da jetzt zwei Nähte nebeneinander, aber dafür hält er bestimmt auch bombenfest :). Ich seh es einfach als Dekoelement 😉

Capone05

Und weil der Reißverschluss noch nicht genug war, bin ich auf die Idee gekommen – mensch, mach doch noch nen Unterrock. Ich wollte schon immer einen Rock mit Unterrock *lach*. Die super Anleitung von jafi, ist auch im ebook mit enthalten. Auch hier konnte mir eine schnelle Nachfrage mit einem dringlichen Problem helfen. (Müssen die Röcke wirklich links auf links zusammen? Ja, müssen sie, damit die Naht sich nicht an der Strumpfhose verfängt, o.ä..) Danke noch mal.

Capone09

Als Stoff habe ich Acetat Futterstoff aus dem lokalen Stoffladen verwendet. Im Nachhinein denke ich mir, da war ich ganz schön optimistisch. Der Stoff haut einfach ab und ich habe es nicht geschafft auch nur eine grade Linie anzuzeichnen. Irgendwie gings dann. Fragt nicht, wie der Stoff aussah (war aber luftlöslicher Trickmarker, da hatte ich keine Skrupel). Zusammennähen und annähen war aber eigentlich relativ schmerzlos (ja, ich habe fein geheftet).

Capone08

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Kommen wir zum Saum. Acetat zu säumen is ein Krampf – ehrlich. Als ich es dann endlich geschafft hatte, war ich mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Ich dachte die Länge würde mir so gefallen, aber irgendwie hat die meine Beine sehr massiv aussehen lassen. Ich hatte irgendwo mal gelesen, dass der Rocksaum an der schmalsten Stelle der Beine enden soll, damit die Beine länger wirken und die ist bei mir kurz unterm Knie. Also hab ich den Saum kurzerhand abgeschnitten. Was passiert, wenn man bei Falten einfach so unten etwas grade abschneidet? Richtig, es wird furchbar schief und wellig. Hab ich dann auch gemerkt. In meiner Not habe ich dann einfach die Rocklänge, die ich haben wollte vom Bund an gemessen und gehofft dass meine Idee so funktioniert, dass der Saum einigermaßen grade ist. Ich hatte wohl Glück. Beim zweiten Mal hat dann alles gepasst und ich war auch mit der Rocklänge zufrieden. Aber seht selbst.

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Der Rock hat seinen ersten öffentlichen Auftritt schon hinter sich (Opas Geburtstag), deshalb ist das Futter auch so zerknautscht. Die ganze Zeit auf der Couch rumsitzen und sich mit Kuchen und Leckereien vollstopfen ist schon ein ziemlicher Härtetest. Aber ich glaube der Rock wurde vom kritischen Publikum sehr wohlwollend aufgenommen. 🙂

Capone02

Oberstoff: Baumwollstoff von Dapper im Schlussverkauf bei Karstadt (der Meter 3,99€)
Futterstoff: Acetat aus dem örtlichen Stoffladen
Reißverschluss: Karstadt

Capone01

Ich glaube, ich werde mir aus Capone auch nochmal einen Sommerrock nähen. Etwas kürzer (vielleicht über dem Knie) und ohne Futter. Die Frage ist nur: Kirsche oder Flamingo?

Stoff01

Wobei ich eher zu Kirsche tendiere. Was meint ihr?

So, und nun noch ein kleiner Ausflug zum Me Made Mittwoch, mal sehen was es da alles so an Inspiration gibt.

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2 responses to “{Projekt Kleiderschrank} Ich wage mich an einen Rock und es wird Capone

  1. kuestensocke sagt:

    Zauberhafter Rock! Wunderbar, dass du dem Rock ein Futter spendiert hast, da trägt er sich mit Strumpfhosen gleich viel besser! für das nächste Exemplar vote ich für Kirschen – hmmm lecker 😉 LG Kuestensocke

  2. Lalilly sagt:

    Also ob Anfänger oder nicht, wenn du irgendeinen schnitt hast, der zu den Themen des Sew Alongs passt solltest du unbedingt mitmachen! Du hast da einen Rock genäht, bei dem ein paar erfahrene Näherinnen etwas ins straucheln gekommen sind! Und er ist toll geworden!

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