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{Projekt Kleiderschrank} Ich mache einen Nähkurs/Let’s go to the sewing course

- 10/02/2016

(Please scroll down for English)

Rock02

Wenn man nähen von Grund auf lernen möchte, hat man folgende Optionen:

  • Man kauft sich einen Haufen Bücher zum Thema (ansich meine bevorzugte, aber nicht ganz preiswerte Methode – es sei den man kauft gebraucht oder lässt sich schenken.)
  • Man durchsucht das Internet nach entsprechenden Tutorials, Blogs, Videos, Online-Kursen etc. pp. (aufgrund der schieren Menge relativ zeitaufwendig und man muss auch ersteinmal die Spreu vom Weizen trennen)
  • man macht einen Nähkurs. (ich arbeite in Schichten und am Wochenende, also fällt ein Nähkurs bei dem man über Wochen regelmäßig da sein muss schon mal aus. Am günstigsten wäre einer, der zum Beispiel einen ganzen Tag geht oder den man stundenweise bezahlen kann.

Letzten Endes ist es dann aber doch eher eine Mischung aus allem.
Bei mir war es am 10. Januar so weit, ich hatte mich schon Mitte Dezember für den Nähkurs angemeldet und war schrecklich aufgeregt. Auf meinen Hinweis, dass ich wirklich absoluter Neuling bin, der seinen Lebtag noch nie an einer Nähmaschine gesessen hat, wurde mir gesagt, das sei alles überhaupt kein Problem, da maximal 4 Leute in dem Kurs seien und die Trainerin individuell auf alle Probleme und Fragen eingehen kann.

Um 10 Uhr stand ich voller Tatendrang vorm Laden.
Wir waren nur zu dritt und die Kursleiterin sehr nett aber alle hatten irgendwelche Projekte (zum Teil sehr umfangreich) mitgebracht und fingen ganz geschäftig an drauf los zu werkeln. Ich war völlig planlos. Also hab ich erstmal erklärt, dass ich ganz neu bin und einen kleine Einstiegshilfe brauche. Das ging damit los, womit man denn als Anfänger am besten anfängt. Der Vorschlag der Kursleiterin: Ein Rock. Am besten einer aus festerem Baumwollstoff und ohne Futter. Am besten ich würde mal nach oben in den Laden gehen, mich umsehen und der Kollegin Bescheid sagen was ich brauche. Okay.
Ich also nach oben in den Laden gestiefelt und der Verkäuferin verkündet, dass ich unten beim Nähkurs bin und einen einfachen Schnitt für einen Rock und den passenden Stoff brauche.
Die Reaktion der leicht genervten Verkäuferin „Na das fällt Ihnen ja zeitig ein“
Meine Antwort: „Ich mach das zum ersten Mal und dachte, dass ich von Ihnen vielleicht ein bisschen Beratung bekomme.“
Prompt wurde mir das aktuelle Burda Schnittmuster Buch vor die Nase geklatscht. Ein Rock (Burda 6937) war schnell gefunden – zum Glück gibt Burda ja die Schwierigkeitsstufe mit Super Easy an beim Stoff habe ich mich voll und ganz auf den Vorschlag der Verkäuferin verlassen, die mir fairerweise auch einen nicht allzuteuren und sehr frühlingshaften Stoff aus dem WSV Stapel herausgesucht hat und auch noch Garn und Gummiband für mich zusammengesucht hat.
Mit Stoff, Schnitt, Gummiband und Garnrolle bewaffnet bin ich wieder hinunter in den Kursraum marschiert.

Und woher weiß ich jetzt was ich auszuschneiden habe? Die Kursleiterin hat mich fix vermessen (über der Kleidung…) Größe 44/46 – da hab ich erstmal große Augen bekommen, trage ich doch normalerweise 38-40-42 – je nachdem wo ich einkaufen gehe. Aber ich hab es erstmal hingenommen und fleißig das Schnittmuster an der entsprechenden Linie ausgeschnittem. Warscheinlich kam ihr das dann aber doch etwas zugroß vor, denn bevor ich in den Stoff geschnitten habe, bekam ich noch die Anweisung die Nahtzugabe weg zulassen. Auf der anderen Seite ist es vielleicht gar nicht so schlecht, wenn der Rock etwas größer ist, da der Stoff ja nicht gewaschen ist. Und zumindest das weiß ich, dass gerade Baumwollstoff vor dem verarbeiten gewaschen werden sollte.
In den schönen Stoff zu schneiden hat jedenfalls mächtig Überwindung gekostet.

Nähgarn in die Maschine fädeln hat die Kursleiterin gemacht und auch den Faden auf die Spule spulen – mir blieb nur zugucken. Als alles für mich eingerichtet war, hieß es einfach drauf los nähen. Grade Nähte sind gar nicht so einfach, wie ich feststellen musste.
So ein Nähkurs hat natürlich die entsprechende Technik also habe ich den Stoffrand mit einer Overlock versäubert und aus dem Saum einen Rollsaum mit selbiger Maschine gemacht.
Ich habe erklärt, dass ich bis jetzt noch nicht mal eine einfache Nähmaschine besitze und wie ich sowas denn dann zu Hause machen soll – denn schließlich würde ich mir ja ersteinmal eine normale Nähmaschine anschaffen und nicht gleich so fortgeschrittene Technik. Die Antwort war: ich könne ja einen Zickzackstich nehmen. Ähhhm ja, bestimmt – Hallo Anfänger!
Schöner hätte ich es gefunden, wenn sie sich dann auch tatsächlich ein paar Minuten Zeit genommen hätte um mir zu zeigen wie das geht. Das gleiche mit dem Rollsaum. Ich wollte mich eigentlich an die Anleitung aus dem Schnitt halten, damit ich dann weiß, wie ich es zu Hause nachnähen kann. Die Reaktion: Kann man machen, müssen wir doch aber nicht, mit Rollsaum geht es doch viel schneller. Nun gut, also Rollsaum auch wenn ich nicht mal garde nähen kann und nicht nur an einer Stelle den Stoff nicht getroffen habe. Letztendlich habe ich es aber doch tatsächlich geschafft einen Rock zu nähen.

Rock01

Rock03
Besagter Rollsaum

Mein Fazit zum Nähkurs. Ansich ist dieses Konzept sicherlich nicht schlecht nur nicht geeignet für so blutige Anfänger wie mich. Ich hätte mir schon gewünscht, dass mir die Grundlagen an einer normalen Nähmaschine erklärt warden, auch wenn es ein bisschen länger dauert. Am Ende hatte ich ohnehin noch über eine Stunde Zeit, in der ich aus den Resten dann noch einen Loop-Schal genäht habe.
Wenn ich irgendwann soweit bin und mich an größere Projekte wage, wie z.B eine Jacke oder ein Kostüm oder ein Abendkleid – dann würde ich durchaus in Erwägung ziehen noch einmal in den Kurz zu gehen um mir an schwierigen Punkten helfen zu lassen. Aber für den Moment suche ich nach einer Alternative um mir die Grundlagen beizubringen.

Tragefotos vom Frühlingherbeiwünschungsrock gibt’s auch und damit werde ich heute erstmalig beim Me made Mittwoch vorstellig werden:

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Rock04

Der Loop-Schal, der dann noch aus Resten entstanden ist:
Rock06
Jetzt ist mir auf alle Fälle klar, warum bei manchen T-shirts die Nähte schief sind. Das Blaue ist nämlich Jersey-Stoff. Nachdem was ich bis jetzt gelesen habe, eigentlich fahrlässig einem Anfänger ohne Vorkenntnisse und ohne irgendwelche Erklärungen vor Jerseystoff zusetzten… Zum Glück lasse ich mich nicht so schnell entmutigen.

Und das komplette Ensemble
Rock07

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If you want to learn how to sew, you have following options:

  • you buy a bunch of books (it’s not the cheapest option, but you can also buy them used or get them as a gift)
  • you search the internet for tutorials, blogs, videos, online courses etc. (that involves a lot of time because of the sheer multitude of resources that is out there)
  • you do a sewing course (for me it’s a bit difficult because I work in shifts and on weekends so I can’t do a course which you have to attend regularly for several weeks. I need a day course or at least one to pay by hour)

I guess in the end it is still a mixture of all from the above.
On January 10th I finally had my sewing course. I signed up in the middle of December and was incredibly excited. When signing up I also mentioned that I’m a complete newbie who never sat in front of a sewing machine before. They told me it’s no problem at all because there is a maximum of 4 people in the course so the instructor can answer all questions individually.

At 10 am I was highly motivated in front of the fabric store where the course took place. We were only three but everybody else already had projects – I was the only one without a plan.
I explained that I was new to sewing and had absolutely no experience. The instructor suggested I should try an easy skirt and ask the shop assistant in the fabric store for help.
The shop assistant was not amused, her moody reaction was „Now, that’s early for you to come and think about what you want to do in the course“
My explanation was, that I had hoped she would help me with choosing a pattern and how to choose fabric.
She promptly dropped the Burda pattern book in front of my nose. I opted for Burda 6937 and was completely dependent on what fabric the shop assistant chose for me. To be fair, she picked a nice fabric from the sale pile – at least the course instructor was quite satisfied with the choice.
We took my measurements which were slightly too large because she measured me on top of my clothes but since the fabric wasn’t pre-washed, I suppose slightly too large is okay.

I managed to sew the skirt but in hindsight I don’t think the course was suited for me. My questions were answered but I got no real explanation. For example, the sewing course has nice equipment and such but at home I don’t have an overlock machine/serger – at this point I didn’t even have a normal sewing machine. So I asked how was I supposed to do this at home because as a beginner I would naturally buy a normal sewing machine first. The answer was I should use a zigzag-stitch. Okay sure, but I’ve never done that before so it would have been nice if she would have shown me the other method as well which would also be more useful for home. The same with the hem. I wanted to stick to the instructions so I could do it at home. But I was told, that’s not necessary a rolled hem with the serger would be much quicker. Mmmh okay but not necessarily neater for somebody who is still struggling to sew a straight line.

In the end I decided that the course is not bad but was just not suited for somebody with absolutely no previous knowledge. If, someday, I should be able to make a suit or an evening dress I would happily go there again to get some help but for now I will try and find another way to teach me the basics of sewing

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10 responses to “{Projekt Kleiderschrank} Ich mache einen Nähkurs/Let’s go to the sewing course

  1. Stefi sagt:

    Wow! Der Rock macht so richtig Lust auf Frühling! Und dazu noch einen passenden Loop! Einfach herrlich!
    Toll, dass auch du dir das Nähen sozusagen selbst angeeignet hast. Auch ich habe so ähnlich begonnen (ohne Kurs). Ich wünsche dir viel Freude weiterhin beim Nähen! LG Stefi

    • jsama0201 sagt:

      Danke 🙂 Naja, nachdem der Kurs nicht so ganz war, was ich mir erhofft hatte, werde ich mich wohl jetzt einfach so durchwurschteln. Frei nach dem Motto: Learning by Doing

  2. Dodosbeads sagt:

    Zuallererst: Herzlich Willkommen beim MMM! Dein Rock ist trotz des frustrierenden Nähkurses sehr schön geworden. Herrliche Farben, die meine Sehnsucht nach Frühling ordentlich schüren. Gut, dass Du Dich nicht hast entmutigen lassen. Hoffentlich sehen wir demnächst noch mehr schöne Dinge von Dir!
    LG Dodo vom MMM Team

    • jsama0201 sagt:

      Vielen Dank, auch für das herzliche Willkommen. Ich war ganz aufgeregt als ich heute meinen Beitrag verlinkt habe und sich mir nun somit eine völlig neue Welt eröffnet. Wenn ich mir etwas in den Kopf gesetzt habe, bin ich auch so leicht nicht zu entmutigen – das ist der Steinbock in mir. Ich werde hier auch fleißig weiter über meine Reise in die Welt des nähens berichten. Nun übe ich aber erstmal fleißig weiter, wie man gerade Nähte näht *lach*

  3. Lucy sagt:

    Ja, wurschtele dich lieber selber durch, der Kurs klingt wirklich suboptimal und kostet ja schließlich auch Geld… Ich habe mir am Anfang mit einem Grundlagenbuch und Schnitten mit bebilderter Anleitung alles selbst beigebracht. Schau mal im Zeitungsladen im Bahnhof nach Maison Victor, das ist ein Nähheft mit einfachen, aber (wie ich finde) ganz schicken Schnitten, und die haben gute Anleitungen, wo Schritt für Schritt gezeigt wird, was man machen muss.
    Aber trotzdem: Glückwunsch zu dem schönen Rock, er ist wirklich gut gelungen! Und willkommen beim Me made Mittwoch.

  4. kuestensocke sagt:

    Was für ein Krimi! Es ist eine ziemliche Zumutung, was da im Nähkurs abgelaufen ist, vor allem wenn Du im Vorfeld Bescheid gegeben hast, dass Du noch keinerlei Näherfahrung hast. Dein Rock ist ein guter Beweis dafür, dass Du es trotzdem schaffst. Wahrscheinlich bist du mit einem buch besser dran, schau Dir doch das Buch von Meike von Crafteln an, da wird man an die Hand genommen und keiner schaut genervt oder verdreht die Augen, wenn etwas nicht gleich beim ersten mal klappt. Oder schau welche bloggerin bei Dir in der Nähe wohnt und treff Dich mit ihr zum Nähkränzchen. Lg Kuestensocke

  5. Stefanie sagt:

    Ja, nur nicht entmutigen lassen! Es gibt soviel Tutorials, Tipps und Hilfe im Internet, ich glaub, das klappt auch ganz gut ohne Kurs.
    Viel Erfolg und Freude weiterhin,
    Liebe Grüsse

  6. Epilele sagt:

    Oh, wie sagt man so schön? „Ich habe so einen Hals!“ Ich finde das ganz schlimm was Dir da passiert ist. Null Feingefühl für nichts. Ärgerlich. Und deshalb bewundere ich Dich, dass Du nicht einfach gegangen bist sondern durchgehalten hast und sogar etwas ganz tolles geschafft hast. Super. Du kannst sehr stolz auf Dich sein.
    Ich kann Dir nur empfehlen, schau Dich in einem Fachgeschäft nach einer guten, gebrauchten Nähmaschine um. Nimm keine billige. Du ärgerst Dich nur und verlierst die Lust am Nähen. Die Fachgeschäfte haben tolle gebrauchte Maschinen. So bin ich auch zu meiner ersten Maschine gekommen. Meine Erste habe ich irgendwann gegen eine höhenwertige eingetauscht und so weiter. Heute habe ich einen tollen „Nähmaschinenpark“ und nähe viel und gerne, bin sozusagen „Nähsüchtig“. Nähen ist für mich eine totale Beruhigung.
    Ich wünsche Dir viel Glück.
    Liebe Grüße Epilele

    • jsama0201 sagt:

      Danke für’s Mut machen. Ich werde dranbleiben. Bis jetzt bin ich mit meiner „Trudi“ eigentlich ganz zufrieden. Sie ist eifach genug zu bedienen und hat alle nützlichen Stiche aber nicht zuviele. Mal sehen, wie sie sich bewährt aber ich bin ganz guter Dinge 🙂

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